HERR DER FALTER

Depressionen und Burnout

Gesundheitsrisiko Stress

Umfrage: Fast ein Drittel der Bundesbürger ist schon einmal an einem kritischen Punkt angelangt. 5,5 Prozent sehen sich kurz vor einem Burn-out

Baierbrunn (ots) – Von Popstar Robbie Williams über Skispringer Sven Hannawald bis hin zum Fernsehkoch Tim Mälzer – die vielen prominenten Burn-out-Fälle der vergangenen Jahre haben die Gesundheitsrisiken durch Stress in den öffentlichen Fokus gerückt.

Sechs von zehn Bundesbürgern sehen in Erschöpfungszuständen ein typisches Symptom unserer Zeit, wie eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“ ergab.

62,3 Prozent der Frauen und Männer sind der Meinung, dass die heutige Zeit so beschleunigt und anspruchsvoll ist, dass die Menschen zwangsläufig irgendwann ausgebrannt und erschöpft sein müssen.

Fast jeder Dritte (32,2 Prozent) war nach eigenen Angaben im Leben schon mal an einem Punkt, an dem er dachte, er schaffe das alles nicht mehr.

6,3 Prozent sagen, sie fühlten sich wie ausgebrannt und innerlich leer, sie hätten das Gefühl, irgendwann umzukippen.

5,5 Prozent der Bundesbürger fühlen sich so gestresst und belastet, dass ihnen ein Burn-out nicht mehr weit entfernt scheint.

Bei 3,7 Prozent wurde schon einmal ein Burn-out-Syndrom diagnostiziert.

Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“, durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 1.986 Frauen und Männern ab 14 Jahren.

Dieser Text ist nur mit Quellenangabe „Apotheken Umschau“ zur Veröffentlichung frei.

Pressekontakt:

Ruth Pirhalla
Tel. 089 / 744 33 123
Fax 089 / 744 33 459
E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de
www.wortundbildverlag.de
www.apotheken-umschau.de

Stress im Mutterleib

Belastende Lebensumstände der Mutter können Kinder lebenslang prägen

Baierbrunn (ots) – Wie ein Mensch auf Stress reagiert, wird zum Teil schon im Mutterleib geprägt.

War die Mutter in der Schwangerschaft oft unter Druck, kann das Kind später eher unruhig und weinerlich reagieren oder häufiger und schlechter schlafen als andere, erklärt Dr. Margarete Bolten von der kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik der Universität Basel im Apothekenmagazin „Baby und Familie“.

Die Babys schütten dann messbar mehr Stresshormone aus als andere – ein Effekt, der lebenslang anhalten und später zu psychischen Problemen, etwa Depressionen, führen kann.

Die gute Nachricht: Ein unabwendbares Schicksal ist dies nicht. Eine feinfühlige Erziehung kann diesen vorgeburtlichen Nachteil abmildern. „Die Prägung nach der Geburt ist mindestens so nachhaltig wie während der Schwangerschaft“, sagt die Expertin.

Dieser Beitrag ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei.

Das Apothekenmagazin „Baby und Familie“ 9/2015 liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Pressekontakt:

Ruth Pirhalla
Tel. 089 / 744 33 123
Fax 089 / 744 33 459
E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de
www.wortundbildverlag.de
www.baby-und-familie.de

Pressemitteilung: Mit Bewegung und Kunst gegen Burnout und Depressionen

Pressemitteilung

Im vergangenen Jahr überraschte Ralph Kähne mit seinem Romandebüt „HERR DER FALTER“ über Depressionen und Burnout. Jetzt rief er mit den ART WALKS eine neue Buchserie mit „beeindruckend gesunden Streifzügen in Wort und Bild“ ins Leben. Die impressionistischen Kunstwerke aus den Büchern begeistern Kunstliebhaber in aller Welt. Im Interview mit dem Art-Server-Blog (ASB) verriet der Autor, Biologe und Künstler aus Berlin, dass beide Buchprojekte eng miteinander verwoben sind.

Depressionen sind eine lebensbedrohliche Krankheit, die jeden treffen kann. Allein in Deutschland leiden vier bis fünf Millionen Menschen darunter. Der Berliner Buchautor Ralph Kähne hat die Krankheit Depression von verschiedenen Seiten kennengelernt. In seinem Sach-Roman „Herr der Falter“ gewährt er nicht nur tiefe Einblicke in das Leben eines Depressiven. Aufgrund seiner Tätigkeit als Biologe und Forscher vermittelt Kähne auch Hintergründe zu Depressionen und dem Burnout-Syndrom und zeigt Wege auf, wie die Krankheit erfolgreich überwunden werden kann.

Zu seinem Erfolgsrezept gehört neben einer ausgewogenen Ernährung vor allem Bewegung. In einem Interview mit dem ART-SERVER-BLOG verriet der Autor, Biologe und Künstler jetzt, dass auch Kunst bei ihm einen wesentlichen Beitrag zum Heilungsprozess sowie bei der Bekämpfung von Depressionen und Burnout liefern konnte.

Bereits heute werden in Arztpraxen, Krankenhäusern und Kliniken Kunstwerke immer öfter eingesetzt, um Symptome zu lindern und Heilung zu fördern. Darüber hinaus kann Kunst zur Entschleunigung, Abbau von Stress und zur Entspannung beitragen. Aspekte, die in scheinbar immer schnelllebigeren Zeiten zunehmend wichtiger werden.

Doch so beeindruckend und wohltuend Kunst auf unsere Psyche auch sein mag, Bilder an den Wänden allein reichen nicht aus, den Bürohengst oder Stubenhocker gesünder zu machen. Die volle Wirkung entfaltet Kunst erst in Kombination mit reichlich Bewegung und der Entdeckerfreude auf Neues.

Einen Schlüssel zur erfolgreichen Therapie seiner depressiven Erkrankung sieht der Biologe in „beeindruckend gesunden Streifzügen“. Auf jenen ART WALKS, also künstlerischen Spaziergängen, kann man nämlich ganz nebenbei viel für die körperliche Fitness und psychische Gesundheit gleichermaßen tun. Vorausgesetzt sie sind lang genug, um den Körper zu fordern und den Kopf von Ballast zu befreien. So sind die bisher erschienenen ART WALKS auch immer mindestens 15.000 Schritte lang.

Neu ist die Kombination aus Bewegung, Gesundheit, Familie, Hobby, Natur, Kultur und Kunst. Ziel ist es, über Kultur, Kunst und Schönheit im Alltäglichen zu mehr Bewegung, Gesundheit, besserer Worklife-Balance und innerer Zufriedenheit zu kommen. Neuartig ist aber auch die Aufmachung der Bücher. So sind neben Informationen zu den Etappen sowie zu den Themen Bewegung und Gesundheit auch immer jeweils 38 impressionistische Bilder enthalten.

Die Motive sind zudem als Kunstwerke in allen möglichen Formaten und Ausführungen erhältlich – von Acryl über Leinwand auf Keilrahmen und Poster bis hin zur Kaffeetasse, Kopfkissen, Quarz-Uhr oder großflächigen Wandtapete. So entstehen individuelle Kunstwerke, die sich nicht nur als originelle Geschenke oder Dekoration fürs Büro und Wohnzimmer perfekt eignen. Wenn es nach Ralph Kähne geht, sollen sie als farbenfrohe Katalysatoren dienen, sich selbst zu Fuß auf künstlerische Streifzüge zu machen.

„Die Kunstwerke sollen uns als farbenfrohe Botschafter in mehr als tausend Worten zurufen: Runter vom Sofa! Auch du kannst diese Schönheit selbst erleben! Dazu musst du nur die Wanderschuhe schnüren und auf einen künstlerischen Streifzug gehen!“, so Kähne.

Der Plan könnte aufgehen. Die Kunstwerke jedenfalls verkaufen sich gut. Nicht nur in seiner Heimatstadt Berlin, sondern übrigens auch in den USA. Und dass obwohl die englische Übersetzung des Buches „ART WALK Berlin-Mitte“ voraussichtlich erst Ende März 2015 im Buchhandel erhältlich sein wird.

Weitere Informationen zum Sach-Roman „HERR DER FALTER“ sowie viele Informationen zu den Themen Burnout und Depressionen und einen Weblog gibt es unter www.herr-der-falter.de.

Informationen zu der ART WALKS Buchreihe sind verfügbar unter www.artwalks.de.
Alle Motive der ART WALKS sind zudem als Kunstwerke in allen möglichen Ausführungen und Formaten erhältlich im ARTWALK-Shop unter http://artwalks-shop.fineartprint.de.

Das vollständige Interview finden Sie direkt im Anschluss oder hier.

 

Mit Bewegung und Kunst gegen Depressionen und Burnout

2014 überraschte uns Ralph Kähne mit dem Sach-Roman „HERR DER FALTER“ über Depressionen und Burnout. Jetzt rief er mit ART WALKs eine neue Buchserie mit „beeindruckend gesunden Streifzügen in Wort und Bild“ ins Leben. Die impressionistischen Kunstwerke aus den Büchern begeistern Kunstliebhaber in aller Welt. Im Interview mit dem Art-Server-Blog (ASB) verriet uns der Autor, Biologe und Künstler aus Wandlitz bei Berlin, dass beide Buchprojekte viel miteinander zu tun haben.

ASB: Herr Kähne, wie geht es Ihnen heute?

Kähne: Sehr gut! Aber ich vermute, Ihre Frage geht tiefer!?

ASB: So ist es, schließlich litten Sie unter Depressionen.

Kähne: Ja, das stimmt. Aber jetzt bin ich geheilt.

ASB: Dank Medikamenten und Psychotherapie?

Kähne: Beide haben einen Anteil, wenngleich nur einen geringen. Zumindest bei mir. Normalerweise können heute Antidepressiva in Verbindung mit Psychotherapie Depressiven gut helfen. Vorausgesetzt, die Krankheit wird richtig diagnostiziert. Das ist leider längst nicht immer der Fall. Und dann gibt es da die Gruppe derer, bei denen Medikamente nicht anschlagen oder ihre Wirksamkeit wieder verlieren. So wie bei mir. Damit wollte ich mich aber nicht zufrieden geben. Also verbiss ich mich in das Thema. Schließlich habe ich für mich einen Weg aus der Finsternis gefunden. Vielleicht sogar für viele mehr. Aber das muss letztlich jeder für sich selbst entscheiden. Ich habe nicht den Anspruch, den Stein der Weisen für vier bis fünf Millionen depressiv Erkrankte allein in Deutschland gefunden zu haben. Doch wenn ich mit dem Buch nur einen der jährlich zehntausend Suizide verhindern konnte, wäre das ein Erfolg. Selbst wenn ich nur einen von 150.000 Selbstmordversuchen abwenden könnte, wäre ich schon zufrieden.

ASB: Dachten Sie selbst auch schon mal an Selbstmord?

Kähne: Früher schon. Wie wohl die meisten Betroffenen wollte auch ich irgendwann nur noch eines, sterben. Ich wünschte, dass alles einfach vorbei ist … Doch depressiv wird man nicht über Nacht. Der Weg in die Depression ist oft lang und wird meist unbemerkt beschritten. Wie viele andere auch, wusste ich erst nicht, dass ich erkrankt oder gefährdet war. Hätte mir zu dieser Zeit jemand gesagt, ich wäre depressiv, hätte ich ihn wahrscheinlich für verrückt erklärt. Anfangs fühlte ich mich noch topfit und voller Tatendrang. Ich brannte für meinen Job. Nicht selten endeten die Arbeitstage spät abends. Irgendwann ratterte es in meinen Kopf weiter, wenn ich eigentlich abschalten sollte. Schließlich konnte ich nachts kaum mehr als zwei Stunden am Stück schlafen. Dann folgten Konzentrationsprobleme, Kopf- und Rückenschmerzen, Angstzustände, schließlich ging gar nichts mehr. Das Schwarze Monster hatte von mir Besitz ergriffen. Ich bewegte mich wie in Teer. Selbst einfachste Dinge wie aufstehen und Zähne putzen kosteten mich unendlich viel Kraft … Edvard Munch hat 1892 ein beeindruckendes Meisterwerk gemalt, das den Gefühlszustand eines Depressiven in mehr als tausend Worten beschreibt. Es trägt den Titel „Melancholia“.

HERR DER FALTER

ASB: Hat Sie dieses Werk von Munch zum Buchcover von „HERR DER FALTER“ inspiriert?

Kähne: Genau so ist es. Hier fand ich übrigens sehr interessant, wie kontrovers das Bild diskutiert wurde.

Für die einen zeigte es einen jungen Mann, der kurz davor stand, sich das Leben zu nehmen, bevor die Schwärze ihn vollends verschlingen konnte. Für die anderen wich die Masse gerade zurück. Der junge Mann hatte also die Krankheit bereits überwunden und genoss auf dem Steg an dem herrlichen See sein neues Leben. Beides kann man natürlich so interpretieren. Ich wünschte mir aber, dass die Leser nach der Lektüre des Buches HERR DER FALTER das Glas halb voll sehen und nicht mehr halb leer.

ASB: Schöne Überleitung … Hatte Kunst auch einen Anteil an Ihrem Heilungsprozess?

Kähne: Einen sehr großen sogar. Doch dass Kunst einen wichtigen Beitrag zur Überwindung der heimtückischen Krankheit Depressionen liefern kann, habe ich erst viel später gelernt. Anfangs glaubte ich daran, dass der Schlüssel zur Heilung in der Medizin liegt. Als Biologe und Forscher saß ich ja auch quasi an der Quelle der Erkenntnis. Zumindest war ich damals dieser Meinung. Ich glaubte fest an die Wissenschaft. Und daran, dass es für bzw. gegen alles eine Pille gibt. Wenn nicht heute, dann mit Sicherheit in naher Zukunft. Erst langsam erkannte ich, wie weit wir noch davon entfernt sind, biologische Prozesse in ihrer ganzen Komplexität zu verstehen. Nach dieser Ernüchterung setzte auch bald die Erkenntnis ein, dass wir selbst nicht unseres eigenen Glückes sondern auch unserer Gesundheit Schmied sind. Nehmen wir zum Beispiel Bewegung. Könnte man die positiven Effekte von regelmäßiger sportlicher Betätigung auf die Gesundheit in eine Pille pressen, dürften Phama-Unternehmen nahezu jeden Preis dafür verlangen. Nichts ist gesünder, kein Medikament hat so wenige Nebenwirkungen wie regelmäßiger Ausdauersport.

ASB: Aber nicht jeder möchte oder kann einen Marathon laufen …

Kähne: Darum geht es auch nicht. Gesunder Sport beginnt nicht erst beim Marathonlauf. Im Gegenteil. Mit 20 bin ich den Marathon in unter drei Stunden gelaufen. Vor sieben Jahren bin ich noch einmal beim Berlin-Marathon mitgelaufen, den ich in knapp vier Stunden bewältigt habe. Mit Sicherheit war ich damals fit und auch 20 Kilo leichter. Doch das ambitionierte Marathonlaufen hat mich nicht vor Depressionen bewahrt. Im Nachhinein betrachtet, hatte das Laufen vielleicht sogar eine eher schädliche Wirkung auf meine psychische Gesundheit. Doch da lehne ich mich vielleicht zu weit aus dem Fenster. Gleichwohl trainieren gerade im Freizeitbereich nicht wenige Läufer zu überambitioniert. Für viele ist Laufen wie eine Sucht. So war es damals auch für mich. Wenn ich mal mein Training ausfallen lassen musste, weil es draußen Hunde und Katzen regnete, war meine Laune tief im Keller.
Heute habe ich die Laufschuhe an den Nagel gehängt. Aber ich bewege mich natürlich viel. Ich gehe täglich mindestens zehntausend Schritte. Jeden Tag drehe ich eine Runde um den See. Früher bin ich die Strecke gelaufen. Heute genieße ich die knapp zwei Stunden wandernd viel mehr. Denn keine Wanderung ist jemals gleich. Immer gibt es etwas Neues zu entdecken. Jede Jahreszeit hat ihre ganz besonderen Reize. Manchmal erfreue ich mich an den kleinen Dingen. Ein anderes Mal wiederum lasse ich meinen Gedanken einfach freien Lauf. Nicht selten finde ich dabei sogar Antworten auf Fragen, die mich schon lange beschäftigen. Zudem wird Platz im Kopf für Neues geschaffen oder neue Ideen geboren.

ASB: So wie die ART WALKs, die beeindruckend gesunden Streifzüge?

Kähne: Das ist richtig. Tägliche Spaziergänge gehören heute zu meinem Leben. Am meisten Spaß machen mir lange Wanderungen mit meiner Frau. Wir lieben es, die Kunst und Schönheit in alltäglichen Dingen zu entdecken. Das Leben, die Natur, alles, was uns umgibt ist oft so beeindruckend und faszinierend, so voller Farben und Kontraste. Nicht selten sind es genau diese Motive, die mich zu Kunstwerken inspirieren. Eben diese Faszination, die Schönheit ist es, die ich einfangen möchte.
Zudem möchte ich als Autor die Werke nicht allein für sich sprechen lassen. Also gibt es in meinen Büchern auch immer Infos zu den Orten sowie zu den Themen Gesundheit und Bewegung. Und viele Zitate. Ich liebe Aphorismen, die wie Bilder mehr sagen als tausend Worte. So gesehen sind die ART WALKs Bücher also nicht nur 96 sondern viele tausend Seiten stark (lacht) …

ASB: Ich erkenne in den ART WALKs auch eine Verknüpfung von drei Berufen …

Kähne: Absolut richtig. Seit Schultagen fasziniert mich die Natur und das Leben genauso wie Literatur und Malerei. Schon als Zwölfjähriger schmückten zwei Bilder die Wände meines Kinderzimmers: Vincent van Goghs Caféterrasse am Abend half mir beim Lernen ebenso wie Claude Monets Klippen von Etretat.
Zu dieser Zeit wäre ich am liebsten Journalist oder Maler geworden. Allerdings hielten meine Eltern von diesen „brotlosen Künsten“ nur wenig. Erst als ich nach dem Biologie-Studium einen Job in der Forschung eines Berliner Pharmakonzerns bekam, waren sie beruhigt.
Während dieser Zeit war die Kunst nicht mehr als ein Hobby, für das ich krankheitsbedingt immer weniger Zeit aufwendete. Doch zumindest das Schreiben wurde zu meinem Beruf, als ich von der Forschung in die interne Kommunikation für Gesundheit und Umwelt wechselte. Ich tauschte also Pipette, Petrischale und Mikroskop gegen Stift, Fotoapparat und Laptop. Doch einige Jahre später wurde die Firma übernommen und mein Arbeitsplatz in ein anderes Bundesland verlagert. Also machte ich mich als Autor und Journalist selbstständig. Aber erst nach einem weiteren Burnout und einer depressiven Episode entdeckte ich für mich die Kunst wieder. Und die Wirkung von täglichen Wanderungen in der Natur auf die Psyche. Natur ist nämlich ein großer Heiler.
In den künstlerischen Streifzügen verknüpfe ich in der Tat Bewegung und Gesundheit mit Hobby und Beruf sowie Kunst und Kultur. Die ART WALKs resultieren also, wenn Sie so wollen, wirklich aus meinen drei Berufen und Leidenschaften als Autor, Biologe und Künstler.

ASB: Was macht die Buchserie mit ART WALKs aus Ihrer Sicht so besonders?

Kähne: Neu ist die Herangehensweise. Einzigartig ist auch die eben genannte Kombination aus Bewegung, Gesundheit, Familie, Hobby, Natur, Kultur und Kunst. Mit den ART WALKs verfolge ich das Ziel, über Kultur, Kunst und Schönheit im Alltäglichen zu mehr Bewegung, Gesundheit und innerer Zufriedenheit zu kommen.
Aus diesem Grund sind die Streifzüge auch immer mindestens 10.000 Schritte lang. Neben Informationen zu dem Gesehenen vor Ort sowie zu den Themen Bewegung und Gesundheit sind in den Büchern auch immer jeweils 38 impressionistische Bilder enthalten. Diese sollen als farbenfrohe Katalysatoren dienen, sich selbst zu Fuß auf künstlerische Streifzüge zu machen. Die Bilder sind zudem als Kunstwerke erhältlich. So mögen sie uns täglich in Wohnzimmern oder Büros daran erinnern, dass die Faszination da draußen täglich neu erlebt werden kann und sollte. Sie sollen uns als farbenfrohe Botschafter in mehr als tausend Worten zurufen: Runter vom Sofa! Auch du kannst diese Schönheit selbst erleben! Dazu musst du nur die Wanderschuhe schnüren, vor die Haustür gehen und durch den Kiez wandern!

ASB: Und das tun Ihre Werke nicht nur an Wänden in Berliner Büros und Wohnzimmern, oder?

Kähne: Ja, das hat mich sehr gefreut. Auf meinen amerikanischen Websites habe ich auch Kunstwerke in die USA, innerhalb Europas sowie nach Asien und die ganze Welt verkauft … Dazu fällt mir eine lustige Anekdote ein. Ich saß mit meiner Frau bei einem Glas Guinness im Kilkenny-Pub am Hackeschen Markt nahe der Oranienburger Straße, als ich eine Email erhielt. Hierin wurde ich darüber informiert, dass ich gerade ein Kunstwerk mit einem Motiv von der Oranienburger Straße verkauft hatte – an einen Kunstliebhaber in Kalifornien!
Gerade für US-Amerikaner ist es völlig normal, Kunst auch übers Internet zu kaufen – ohne das Werk mit eigenen Augen gesehen zu haben. Die Käufer in Deutschland sind da verhaltener. Doch auch hier entdecken immer mehr Menschen virtuelle Galerien für sich. Was mich freut ist, dass meine Kunst offensichtlich auf Interesse stößt. Ich vermute, das liegt auch daran, dass Menschen sich mit dem Motiv identifizieren wollen. Das gilt erfreulicherweise auch zunehmend für Firmen und Hotels. So hat zum Beispiel ein Hotel in Berlin-Mitte verständlicherweise Interesse an Motiven aus Berlin-Mitte und aus der unmittelbaren Umgebung. Ein Hotel auf Usedom an Motiven von der Ostseeinsel. Mehr und mehr Hoteliers jedenfalls entdecken, dass genau diese Identifikation auch von ihren Gästen erwartet wird. Dieses kann leicht durch Kunstwerke an Zimmerwänden mit Motiven vor Ort erreicht werden. Das gleiche gilt für die Bücher. Einige Hoteliers überraschen ihre Gäste mit diesen sehr individuellen Büchern sogar schon auf ihren Zimmern oder beim Check-In an der Rezeption. Wegen des hohen Anteils ausländischer Gäste gibt es vom ART WALK Berlin-Mitte auch eine englische Fassung.

ASB: Individuelle Kunst und Identifikation mit den Motiven ist also das Geheimnis des Erfolgs?

Kähne: Identifikation mit dem Motiv spielt mit Sicherheit eine Rolle. Doch welche Kunstwerke sich gut verkaufen und welche weniger, bleibt ein Geheimnis. Letztlich entscheidet darüber der Kunstliebhaber und nicht der Künstler. In jedem Fall möchte ich Kunstwerke schaffen, die berühren und den Betrachter begeistern. Ich möchte erreichen, dass sich auch solche Leute für Kunst interessieren, die vorher vielleicht noch nie mit Kunst in Berührung gekommen sind. Ich würde mich freuen, wenn ganz normale Menschen vor einem Buchladen stehen bleiben und denken: Wow, das Motiv kenne ich. Das ist doch die Nikolaikirche … Wie, das große Bild kostet keine 100 Euro!?
Ja, auch das ist ein Aspekt. Ich finde, Kunst, die wirken, sprich möglichst viele Menschen erreichen und zu mehr Bewegung motivieren soll, muss bezahlbar sein.

ASB: Kunst, die wirken soll … Eine Metapher aus Ihrem früheren Job in der Pharma-Industrie?

Kähne: Ja, vielleicht. Schließlich war der Schering-Slogan früher einmal „Medizin, die wirkt“ oder so ähnlich.
Wenn es um die gesundheitliche Wirkung von Bewegung und Natur auf Körper und Seele geht, gibt es nur einen Rat: Wanderschuhe an und raus an die frische Luft, so oft es geht. Nichts ist so gesund wie Bewegung in der Natur! Tatsache aber ist, dass Kunst und Landschaftsbilder an den Wänden die Natur auch Stubenhockern und Bürohengsten näher bringen und ebenfalls harmonisierend auf Körper und Geist wirken. Vor allem in Büroräumen ist das sehr sinnvoll, denn diese sind oft eher spartanisch und unpersönlich eingerichtet, obwohl viele Menschen hier die meiste Zeit verbringen (müssen).
Das sind übrigens auch die überraschenden Ergebnisse einer amerikanischen Studie an der Universität von Rochester. Natur oder deren Abbildungen machen Menschen demnach sozialer, geselliger, freundlicher und einfühlsamer. Sie entspannen und verbessern die Gesundheit. Dabei wirken sie im Raum auch dann, wenn wir uns nicht direkt auf sie konzentrieren. Doch Naturbilder können noch mehr. Gezielt werden sie auch heute schon in Arztpraxen und Kliniken eingesetzt, um Symptome zu lindern und Heilung zu fördern.
Kunst kann auch zur Entschleunigung, Abbau von Stress und zur Entspannung beitragen. Aspekte, die in scheinbar immer schnelllebigeren Zeiten zunehmend wichtiger werden.

ASB: Kommen wir abschließend noch einmal auf die Rolle der künstlerischen Streifzüge beim Kampf gegen Burnout und Depressionen zu sprechen … Was können Sie als Autor, Biologe und Künstler Betroffenen raten?

Kähne: Die Krankheit Depressionen ist lebensgefährlich und äußerst komplex. Auf keinen Fall sollten Betroffene aus Scham den Gang zum Arzt und Psychotherapeut scheuen. Die Angst davor, dass heutige Antidepressiva abhängig machen oder die Psyche verändern, ist zudem unbegründet. Sie stellen lediglich die gestörte Balance wieder her. Darüber hinaus habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, dass einzelne Maßnahmen bei der Überwindung der Krankheit allein wenig erfolgreich sind. So würde ich mein Erfolgsrezept auch als eine – sagen wir mal – konzertierte Kombination von verschiedenen Strategien beschreiben. Zum einen ist viel Bewegung in der Natur und an frischer Luft ein wichtiger Aspekt. Hinzu kommt – auch ganz wichtig – eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung mit reichlich präbiotischen und probiotischen Nahrungsmitteln. Allen, die hierüber mehr erfahren wollen, sei mein Buch HERR DER FALTER ans Herz gelegt (lacht) … Und last but not least braucht man eine Aufgabe. Eine Beschäftigung, ein Hobby, für das man sich begeistern kann. Eine Tätigkeit, für die sich das Aufstehen lohnt – auch wenn es in einer depressiven Phase noch so schwer fällt. Für mich sind es Wandern, Natur und Kunst. Zu erkennen, von welcher Schönheit wir alle umgeben sind, hat mir wieder neuen Mut und ganz viel Kraft gegeben.
Dass ich heute wieder glücklich und innerlich zufrieden bin, hat aber auch ganz viel mit meiner Frau zu tun. Sie war nicht nur an meiner Seite auf meinem Weg durch das dunkle Tal. Sie begleitet mich heute auch auf allen künstlerischen Streifzügen.
Die Verknüpfung von allen diesen Aspekten hat letztlich zur Überwindung der Krankheit geführt: Bewegung, Kunst, Hobby, Familie, Neues entdecken – für mich kann es nichts Gesünderes und Schöneres geben!

ASB: Herr Kähne, ich danke für das Gespräch und wünsche Ihnen auch weiterhin viel Erfolg und Gesundheit.
Der Sach-Roman zu Burnout und Depressionen „HERR DER Falter“ ist als gebundene Ausgabe, Taschenbuch sowie als Ebook im Buchhandel erhältlich. Weitere Infos unter www.herr-der-falter.de.

Von den „ART WALKs – gesunde Streifzüge in Wort und Bild“ sind bisher vier Bände erschienen:

  • ART WALK Berlin-Wedding und Tegel
  • ART WALK Berlin-Spandau
  • ART WALK Berlin-Mitte
  • ART WALK Ostseeinsel Usedom

Die Bücher sind als gebundene Ausgaben sowie als Ebooks erhältlich. Weitere Infos unter www.artwalks.de.

Alle impressionistischen Motive der ART WALKs sind zudem als Kunstwerke in allen möglichen Ausführungen und Formaten im ARTWALK-Shop erhältlich unter www.artwalks-shop.fineartprint.de.

Lassen sich Gemütsschwankungen aufs Essen zurückführen?

Hamburg (ots) – Schokolade erzeugt Glückgefühle, Scharfes verschafft einen kurzen Rausch, und Ungesundes kann auf Dauer depressiv machen. Forscher haben herausgefunden, dass Nahrung verblüffend stark auf die Psyche wirkt – noch vor dem ersten Bissen und weit darüber hinaus. Was wir essen, bestimmt also zu einem gewissen Teil auch, wer wir sind.

Zahlreiche Studien von Ernährungswissenschaftlern belegten in den vergangenen Jahren, dass viele Lebensmittel Bestandteile enthalten, die auf das menschliche Gehirn fast wie eine Droge wirken und unsere Hormonausschüttung beeinflussen. Die Botenstoffe nämlich, die zu dem Informationstausch der Nervenzellen benötigt werden, gehen oft auf chemische Bausteine zurück, die der Körper direkt aus den Mahlzeiten bezieht. Manche Forscher gehen sogar so weit, dass sie die Stimmungslagen ganzer Nationen mit der landesspezifischen Ernährungskultur in Verbindung bringen. Dabei legen Wissenschaftler ihr Augenmerk besonders auf die Stoffklasse der Omega-3- Fettsäuren, die rund acht Prozent der Trockenmasse des Gehirns stellen. US- Psychiater Joseph Hibbeln hat herausgefunden, dass sich die Nervenzellen bei einem Mangel an Omega-3 dramatisch verändern; sie formen nur noch halb so viele Verknüpfungen und Verzweigungen. Studien in verschiedenen Regionen der Welt zeigen: Vergleichsweise niedrige Mengen an Omega-3-Fettsäuren in der Ernährung scheinen zu einer höheren Depressionsanfälligkeit und verstärkter Aggressivität zu führen.

Bernard Gesch, Forscher an der Universität Oxford, untersuchte vor einigen Jahren die Auswirkungen einer Ernährungsumstellung von einem einseitigen zu einem sehr vitamin- und mineralreichen Speiseplan bei gewaltbereiten Häftlingen in einem englischen Gefängnis. Mit verblüffendem Ergebnis: Ernährten sich Insassen gesünder, waren sie weniger aggressiv. „Die Zahl ernsthafter Zwischenfälle reduzierte sich um 26 bis fast 70 Prozent“, so Gesch.

GEOkompakt „Gesunde Ernährung“ ist ab sofort im Handel erhältlich, hat einen Umfang von 154 Seiten und kostet 9 Euro.
Unter www.geo.de/presse-download finden Sie das aktuelle Heftcover zum Download.

Pressekontakt:
Maike Pelikan
GEO Kommunikation
20444 Hamburg
Telefon +49 (0) 40 / 37 03 – 21 57
E-Mailpelikan.maike@geo.de

Warnzeichen für eine Depression frühzeitig erkennen

Schätzungen zufolge leiden über vier Millionen Deutsche unter einer Depression. Jede zweite Frühverrentung geht auf die Erkrankung zurück. Experten gehen zudem von einer erheblichen Dunkelziffer aus: „Die Zahl der nicht diagnostizierten Fälle ist inakzeptabel hoch“, sagt Waltraud Rinke, Vorstandsmitglied der Deutschen Depressionsliga e.V. Die Expertin weiß, auf welche Warnzeichen man achten muss.

„Etwa 50 Prozent der Erkrankten bekommen nicht die notwendige Therapie“, weiß Rinke. Zum einen, weil viele Betroffene die Depression selbst nicht wahrhaben möchten. Zum anderen, weil sie nicht diagnostiziert wird. „Es ist wichtig, dass Ärzte und Angehörige genau hinschauen“, betont die Expertin. „Nur so können frühe Signale erkannt werden.“

Suizid für viele Betroffene letzter Ausweg
Werde die Erkrankung früh genug erkannt, sei sie gut behandelbar, sagt Rinke. Aus ihrer Erfahrung mit Betroffenen entscheidet sich die Expertin bewusst gegen den Begriff „heilbar“. Sie ist überzeugt, dass auch nach einer erfolgreichen Behandlung eine gewisse Verletzlichkeit der Patienten zurück bleibt. „Betroffene müssen lernen, im Alltag achtsam mit sich umzugehen. Das Erlernen dieser Fähigkeit ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie.“

Bleibt die Erkrankung jedoch unentdeckt, steht im schlimmsten Fall der Suizid am Ende des Leidensweges. „In Deutschland sterben jährlich über 9000 Menschen durch Suizid. Das sind mehr Tote als durch Verkehr, Drogen, Mord und AIDS zusammen. Über 70 Prozent dieser Suizide können auf eine Depression zurückgeführt werden“, sagt Rinke. Doch wie kann man eine Depression erkennen – bei sich selbst und bei anderen?

Die Depression kommt schleichend
„Eine Depression ist in der Regel nicht plötzlich da“, betont die Expertin. „Sie schleicht sich in das Leben der Betroffenen.“ Es sei wichtig, selbst kleine Veränderungen wahrzunehmen. Denn: Depression ist so viel mehr, als „nicht gut drauf zu sein“. Es treten neue Wesenszüge ans Tageslicht. Manche bringt die Krankheit mit sich, manche entstehen, weil die Betroffenen die Erkrankung verheimlichen möchten.

„Der Mensch, wie er war, verstummt“
Die einen ziehen sich zurück, melden sich nicht mehr bei Freunden, verlassen nur noch ungern das Haus, legen keinen Wert mehr auf ihr Äußeres und verlieren die Freude an Tätigkeiten, die ihnen zuvor Spaß gemacht haben. Auch körperliche Anzeichen können die Depression begleiten. Bei vielen Betroffenen wird die Stimme leiser und der Gang schleichender. Andere haben das Gefühl, ein Kribbeln in ihrem Kopf zu spüren. Auch Schlaf- und Magen-Darm-Störungen können die Depression begleiten. Zudem haben Angehörige oftmals das Gefühl, ihren Mitmenschen gar nicht mehr zu erreichen. Dann ist es, als würde sich zwischen ihm und seiner Umwelt eine unsichtbare Wand befinden.

„Andere hingegen brezeln sich plötzlich total auf, schminken sich extrem oder ziehen sich auffällig an“, erklärt Rinke. Doch wie passen der Wunsch nach Rückzug und das auffällige Verhalten zusammen? „Für die Betroffenen ist das eine Maske, die sie sich überziehen, um ihre vermeintliche Schwäche zu vertuschen“, weiß Rinke. „Wie auch immer sich die Erkrankung zeigt, der Mensch, so wie er war, verstummt.“

„Ich bin doch nicht depressiv!“
Wer bemerkt, dass sich die Persönlichkeit einer Person für einen längeren Zeitraum verändert, sollte hinhorchen und das Gespräch anbieten – ohne das Gegenüber gleich mit dem Verdacht zu konfrontieren und eine Abwehrhaltung zu provozieren.

Denn das „eigentliche Drama“, wie Rinke es nennt, ist, dass ein Depressiver meist nicht wagt, offen zu seinen Problemen zu stehen. Die Angst, in den Augen der Gesellschaft ein Versager und Schwächling zu sein, ist übermächtig. Jeder Verdacht wird abgestritten.

Der Depressive versteht sich selbst nicht mehr
Die Betroffenen verstehen selbst nicht, warum sie plötzlich nicht mehr aus dem Bett kommen. Sie wissen nicht, warum sie nicht mehr so leistungsfähig sind wie früher und fragen sich, woher die Traurigkeit kommt. Wie sollten sie es also selbst annehmen – und anderen erklären können?

Eine Krankheit „schlimmer als der Tod“
„Schlimmer als der Tod“ – so empfinden viele Betroffene das Leben mit ihrer Erkrankung, weiß Rinke. Sie haben Angst, ihren Job, ihre Freunde, ihren Partner zu verlieren. Doch ihnen fehlt die Kraft, zu handeln. Auch aufmunternde Worte von nahestehenden Personen dringen nicht mehr zu ihnen durch. Für sie ist meist alles aussichtslos. Ein Teufelskreis.

Depression: ein Kraftakt auch für das Umfeld
Aus diesem Grund setze eine Depression immer auch dem Umfeld zu, so die Expertin. Das Gefühl, nicht helfen zu können und machtlos zu sein setze Familie, Freunden und dem Partner zu. „Das ist ein wahrer Kraftakt. Und nicht alle halten das auf Dauer durch“, weiß Rinke aus ihren Gesprächen mit Betroffenen.

Sie ist überzeugt: Nicht nur der Depressive braucht Hilfe. Auch sein engstes Umfeld sollte sich Unterstützung holen, etwa beim Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker (BApK).

Perfektionismus ebnet oft den Weg in die Erkrankung
Besonders gefährdet, an einer Depression zu erkranken, seien empathische und perfektionistische Menschen, so die Expertin. Denn: Bei beiden Typen werden die eigenen Grenzen nicht respektiert. Nicht „nein“ sagen zu können ist laut Rinke ebenso riskant wie ein dauernder Leistungsgedanke.

„Immer unter Druck zu stehen, ständig Entscheidungen treffen und sich beweisen zu müssen, keine Fehler machen zu wollen – das bleibt ebenso wenig ohne Folgen wie immer wieder neu um Anerkennung und Sicherheit kämpfen zu müssen.“

Nicht scheuen, Hilfe anzunehmen
Der Rat der Expertin: „Seien Sie achtsam sich selbst gegenüber. Gönnen Sie sich Auszeiten, horchen Sie immer wieder in sich hinein, akzeptieren Sie auch Ihre Schwächen und scheuen Sie sich nicht, sich helfen zu lassen.“ Wer weiß, dass es in seiner Familie Betroffene gibt, sollte sich ebenfalls aufmerksam beobachten.

02.03.2015, 15:09 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Quelle: http://www.t-online.de/lifestyle/gesundheit/id_73106990/depression-warnzeichen-rechtzeitig-erkennen.html

Büros ohne Bezug zur Natur

Büros ohne Bezug zur Natur haben einen negativen Einfluss auf die Gesundheit der Mitarbeiter

Krefeld (ots) – Human Spaces Report: Wer in Büros mit natürlichen Elementen wie Sonnenlicht und Begrünung arbeitet, fühlt sich nachweislich wohler

Heute veröffentlicht der weltweit führende Hersteller für textile modulare Bodenbeläge, Interface, seinen Human Spaces Report, der unter der Leitung des Organisationspsychologen Professor Sir Cary Cooper entstanden ist.

Die Studie zeigt auf, dass europäische Büroangestellte, die in einer Arbeitsumgebung mit natürlichen Elementen tätig sind, sich um 13 Prozent wohler fühlen und um acht Prozent produktiver arbeiten als ihre Kollegen, bei denen das nicht
der Fall ist.

42 Prozent der Büroarbeitsplätze in Europa müssen ohne natürliches Sonnenlicht auskommen, über die Hälfte von ihnen (55 Prozent) verfügt über keinen Zugang zu begrünten Flächen und sieben Prozent besitzen kein Fenster.

Spanien weist mit 15 Prozent den größten Anteil an Personal in Büroräumen ohne Fenster auf, hier finden sich auch die meisten Mitarbeiter, die sich gestresst fühlen. In Deutschland und Dänemark müssen die wenigsten Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz auf ein Fenster und Tageslicht verzichten (zwei Prozent in Deutschland beziehungsweise drei Prozent in Dänemark). Die beiden Länder weisen laut Studie auch die zufriedensten Beschäftigten auf.

Die wissenschaftliche Studie untersuchte den Einfluss der physischen Arbeitsumgebung auf das Wohlbefinden von Mitarbeitern. Befragt wurden 3.600 Beschäftigte in acht Ländern: Großbritannien, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Spanien, Dänemark, Schweden und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Der Human Spaces Report ergab, dass fast zwei Drittel (63 Prozent) der europäischen Büroangestellten heute in einem zentral gelegenen städtischen Umfeld arbeiten und sich durchschnittlich 34 Stunden pro Woche im Büro aufhalten.

Die Zeitspanne, die sie in der Natur verbringen, ist zunehmend begrenzt. Die Studie zeigt, dass Beschäftigte trotz ihres urban geprägten Alltags eine inhärente Affinität zu Elementen haben, die die Natur widerspiegeln.

Ein weiteres Ergebnis ist, dass sich 40 Prozent der Büroangestellten in Europa dann am produktivsten einschätzen, wenn sie in einem Einzelbüro arbeiten, während sich 31 Prozent am leistungsfähigsten bezeichnen, wenn sie im Großraumbüro tätig sind. Flexible Arbeitsplätze sind überraschend unpopulär: Nur 11 Prozent der Befragten wählen ihren Arbeitsplatz entsprechend der individuellen Tagesanforderungen flexibel aus.

Die „Top Fünf“ der am häufigsten genannten natürlichen Elemente, die in moderne Arbeitswelten integriert werden sollten, sind laut Human Spaces Report:

1. Natürliches Tageslicht
2. Ruhige Arbeitsumgebung
3. Blick aufs Wasser
4. Echte Grünpflanzen
5. Kräftige/bunte Farben

Die Ergebnisse der Umfrage kommentiert Professor Sir Cary Cooper wie folgt: „Schon immer gilt die Umgebung, in der Menschen arbeiten, als essenziell wichtig für deren Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Sehr häufig wird dieser Aspekt jedoch lediglich als „Hygienefaktor“ betrachtet. Der Human Spaces Report illustriert eindrucksvoll den Einfluss des Arbeitsplatzes auf die Produktivität der Mitarbeiter. Es ist kein Zufall, dass besonders fortschrittliche Unternehmen heute
eine neue Sicht auf die Gestaltung von Arbeitsplätzen haben und Umgebungen schaffen, die Mitarbeiter dazu anregen, sich zu entfalten, zusammenzuarbeiten und kreativ zu sein.

Mit der Natur und der Außenwelt verbunden zu sein, spielt dabei eine wichtige Rolle. Dieser Ansatz nennt sich biophilic design.“

Über die Studie „Human Spaces Report“

Durch die Auswertung der Befragung von 3.600 Berufstätigen aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Spanien, Dänemark, Schweden und den Vereinigten Arabischen Emiraten misst die Studie den Nutzen von „biophilic design“ und dessen positive Auswirkung auf Wohlbefinden und Produktivität der Mitarbeiter. Darüber hinaus gibt der Report praktische Anleitung, wie diese positive Arbeitsumgebung erreicht werden kann.

Weitere Informationen finden Interessierte unter: www.humanspaces.com

OTS: Interface
newsroom: http://www.presseportal.de/pm/111384
newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_111384.rss2

Ein Burn-out zur Profilierung?

 Umfrage: Jeder Zweite ist der Meinung, dass es heute quasi zum guten Ton gehört, „im Stress“ zu sein / Ein Viertel zweifelt Burn-out der Mitmenschen an

 

Baierbrunn (ots) – Das zunehmende Burn-out-Risiko ist seit Jahren in aller Munde – die Mehrheit der Bundesbürger sieht sich selbst aber nicht in Gefahr, und so mancher zweifelt sogar die Beschwerden von Betroffenen an.

Laut einer repräsentativen Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“ bekunden 53,5 Prozent der Frauen und Männer in Deutschland, dass sie noch nie Probleme mit Ausgebrannt-Sein durch zu viel Stress hatten und nach eigener Einschätzung auch nie unter einem Burn-out-Syndrom leiden werden.

Ebenfalls jeder Zweite (50,9 Prozent) ist der Meinung, „im Stress“ zu sein gehöre heute quasi zum guten Ton. Und mehr als ein Viertel der Bundesbürger (25,6 Prozent) vertritt sogar die Ansicht, dass sich viele Menschen mit einem (angeblichen) Burn-out-Syndrom nur wichtig machen wollen.

Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“, durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 1.986 Frauen und Männern ab 14 Jahren.

Dieser Text ist nur mit Quellenangabe „Apotheken Umschau“ zur Veröffentlichung frei. Die Inhalte weiterführender Links, auf die in dieser Pressemitteilung verwiesen wird, unterliegen dem Copyright des jeweiligen Anbieters der verlinkten Seite.

OTS: Wort und Bild – Apotheken Umschau
newsroom: http://www.presseportal.de/pm/52678
newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_52678.rss2

Diabetes vom Stress?

Erkrankungswahrscheinlichkeit ist bei beruflichem Stress um 45 Prozent erhöht

Baierbrunn (ots) – Stress im Berufsalltag könnte ein Risikofaktor für Diabetes sein.

Hohe Anforderungen bei gleichzeitig geringem Entscheidungsspielraum erhöht das Erkrankungsrisiko um 45 Prozent – unabhängig von bekannten Faktoren wie Übergewicht, Alter oder Geschlecht, berichtet die „Apotheken Umschau“ unter Berufung auf Forscher des Helmholtz-Zentrums in München.

Die Wissenschaftler beobachteten 5337 Arbeitnehmer im Alter von 29 bis 66 Jahren. Im Lauf von 13 Jahren erkrankten 291 der Studienteilnehmer an Diabetes. Maßnahmen zur Diabetes-Vorbeugung, so die Wissenschaftler, sollten daher auch das Arbeitsumfeld berücksichtigen.

Dieser Text ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei.

Das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ 10/2014 B liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

www.apotheken-umschau.de

Quelle: http://www.presseportal.de/meldung/2855863

Warum Sport gegen Depressionen hilft

Mit Sport gegen Depressionen – körperliche Aktivität kann vor Gemütserkrankungen schützen und manchen Betroffenen das Lächeln zurückgeben.

Dieser Effekt gilt als wissenschaftlich erwiesen, doch welche Mechanismen ihm zugrunde liegen, ist bislang unklar. Nun scheinen schwedische Forscher dem Rätsel durch Versuche mit Mäusen auf die Spur gekommen zu sein: Substanzen in trainierten Muskeln machen demnach bestimmte „Depri-Stoffe“ im Blut unschädlich, so dass sie ihre negative Wirkung im Gehirn nicht mehr entfalten können.

Es war bekannt, dass die Bildung eines Proteins namens PGC-1α1 durch körperliche Aktivität ansteigt und mit günstigen Eigenschaften von Muskulatur einhergeht. Die Forscher um Jorge Ruas, vom Karolinska Institut in Stockholm sind deshalb der Frage nachgegangen, ob das Protein auch einen Zusammenhang mit der antidepressiven Wirkung von körperlichen Aktivitäten haben könnte. Sie entwickelten dazu eine genetisch veränderte Mäuse-Zuchtlinie, bei der die Tiere auch ohne Training viel PGC-1α1 in ihren Muskeln bilden.

Diese Mäuse und eine Gruppe von normalen Tieren setzten die Forscher gezielt Stress aus: Laute Geräusche, blinkende Lichter und Verschiebungen des Tag-Nacht-Rhythmus machten ihnen das Leben schwer. Es ist bekannt, dass Mäuse auf derartige Stress-Bedingungen ähnlich wie viele Menschen reagieren: Sie entwickeln depressive Symptome. Genau das passierte auch bei den Versuchstieren der Forscher – doch nur bei der Kontroll-Gruppe. Die genetisch veränderten Tiere mit der Extraportion PGC-1α1 in ihren Muskeln zeigten hingegen keine depressiven Symptome.

Trainierte Muskeln „entgiften“

Durch weitere Untersuchungen fanden die Forscher dann heraus, dass die genetisch veränderten Mäuse durch das erhöhte Niveau an PGC-1α1 auch mehr eines Enzym namens KAT in ihren Muskeln bildeten. Von dieser Substanz ist bekannt, dass sie den stressinduzierten Stoff Kynurenin in eine Form umwandelt, die nicht mehr vom Blut ins Gehirn übergehen kann. Die genaue Funktion von Kynurenin im Rahmen von Depressionen ist bisher noch unbekannt, klar ist aber dass Kynurenin bei Patienten mit mentalen Störungen verstärkt vorkommt. Die Forscher konnten im Rahmen ihrer Studie nun zeigen: Gibt man normalen Mäusen diese Substanz, entwickeln sie depressive Symptome. Doch nicht so die genetisch veränderten Tiere: Sie sind gegen die Wirkung von Kynurenin immun, zeigten Experimente. Die Forscher kommen deshalb zu dem Schluss: Das KAT Enzym in ihren Muskeln macht die „Depri-Substanz“ unschädlich.„Zu Anfang unserer Studie erwarteten wir eigentlich, dass trainierte Muskeln eine Substanz abgeben, die sich günstig auf das Gehirn auswirkt, sagt Jorge Ruas. „Nun hat sich hingegen herausgestellt: Die Muskeln produzieren einen Stoff, der den Körper vor schädlichen Wirkstoffen befreit. Trainierte Muskeln haben also gleichsam eine reinigende Funktion ähnlich wie Niere oder Leber“, so Ruas. Die Forschungsergebnisse könnten nun den Weg zur Entwicklung ganz neuer Behandlungsmöglichkeiten von Depressionen ebnen, hofft der Forscher.

© wissenschaft.de – Martin Vieweg